

1998 fand das erste große Oldtimertreffen anläßlich des 100-jährigen Fahrzeugbaus in Werdau, verbunden mit einer Ausstellung „100 Jahre industrieller Fahrzeugbau in Werdau“ im Stadt- und Dampfmaschinenmuseum statt.
Die Ausstellung und das Treffen finden wie immer großes Interesse. Viele ehemalige Arbeiter des Fahrzeugwerkes können ihren Enkelkindern den ehemaligen Arbeitsplatz zeigen. Viele Erinnerungen hängen bis heute daran.
Das Oldtimertreffen mit Werdauer Fahrzeugen hat sich zum alljährlichen Großereignis und dem Größten Nutzfahrzeug-Oldtimertreffen seiner Art in Deutschland entwickelt. Dieses Mai-Wochenende ist für viele Oldtimerfans ein wichtiger Termin in Werdau.
Da der einstige Veranstaltungsort wegen Straßen-Baumaßnahmen nicht mehr zur Verfügung stand, wurde das Treffen direkt auf die Trasse verlegt. Damit bleibt die IFA-Oldtimertradition in Werdau und am historischen Entstehungsort, dem ehemaligen Kfz.-Werk "Ernst Grube"
Unternehmen kann man eine Stadtrundfahrt im H 6 Bus oder Doppelstockbus oder über den Oldtimer-Teile-Markt schlendern. Mit dem Kran kann man sich in luftige 40 m Höhe ziehen lassen und den Ausblick über die neue Trasse genießen.
Unterhaltung im Festzelt:
An allen drei Tagen sorgt die Crimmitschauer "Andythek" wie in jedem Jahr für Gute Unterhaltung. Am Samstag erleben Sie auch in diesem Jahr ab 16.00 Uhr beste Stimmung mit den "Lustigen Schwestern" Altenburg, 17.30 Uhr gibt es Guggemusik vom Feinsten, Am Abend gibt es Tanzmusik.
....Ich denke, Sie sind sicher wieder dabei? Merken Sie sich dafür den 03. bis 05. Mai 2013 vor!

Geschichte des Fahrzeugbaus in Werdau:
Am 12. Juli 1898 wurde zur Gründungsversammlung der „Sächsischen Waggonfabrik Werdau“ ein Stammkapital von 600 000 Mark eingebracht. Eine riesige Kapitalsumme, wenn man bedenkt, daß ein Arbeiter zwischen 16 und 32 Pfennigen in der Stunde verdiente. Auch die Größe des Geländes mit 100 000 Quadratmetern war beträchtlich. Wichtig war den Gründern, daß die produzierten Eisenbahnwagen über einen Bahnanschluß zur Nord-Süd-Strecke Leipzig-Hof direkt und schnell den Kunden beliefern konnten. Es sollten Eisenbahnwagen nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach Österreich, in die Schweiz, nach Ungarn, Holland, Belgien, Luxemburg, Dänemark und Rußland geliefert werden. Das geeigneteste Gelände fand der Unternehmer Hermann Schumann an der Ortsgrenze zu Leubnitz, die Ziegelei Starke und Schneider. Es entstanden Werkhallen mit modernster Technik, wie Überdruckkessel und eine Dampfmaschine. Heute würde die Fachwelt ausrufen, wie innovativ, denn damit waren die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Produktion geschaffen:
Erst die Weltwirtschaftskrise Ende der 20 ger Jahre zwang zum Zusammenschluß mit der Konkurrenz. Schon 1931 legte die Konzernleitung fest, daß Werdau zu unrentabel produziere und zu schließen sei. Nur der Initiative des Prokuristen Johannes Gerber ist es zu verdanken, daß im Februar 1932 die „Fahrzeugbau Schumann GmbH“ gegründet wurde. Aber eine Bedingung stellte der Konzern. Es wurde die Herstellung von Schienenfahrzeugen untersagt. Die Stammeinlage von 100 000 Mark wurde zusammengekratzt und als neues Geschäftfeld produzierte Werdau nun Straßenfahrzeuge aller Art. Die Waggons rollten nicht mehr. Fahrzeuge aus Werdau wurden zum Begriff. Eine von den 1932 gebauten Straßenbahnen versieht heute noch im originalen Zustand seinen täglichen Dienst in Istanbul, Türkei.
Die bedeutende Geschichte des Werdauer Fahrzeugbaus reicht bis in die heutige Zeit, nachzulesen in der Broschüre „100 Jahre industrieller Fahrzeugbau in Werdau“. Einige wenige Exemplare kann man im Museum für 3,50 EUR erhalten.